IWF-Chefin fordert Europa auf, den Pessimismus zu überwinden
Brüssel, 27. Januar (Hibya) – IWF-Direktorin Kristalina Georgieva sagte im Gespräch mit Politico, der Pessimismus gegenüber Europa sei unbegründet; sieben der zehn leistungsstärksten Volkswirtschaften 2025 seien EU-Länder.
Die IWF-Chefin erklärte, Europa sei nicht zu einem unvermeidlichen Niedergang verurteilt und stehe besser da, als viele glauben.
Große Teile der EU-Politikszene sind seit dem jüngsten Konflikt mit den USA um Grönland, der die Verwundbarkeit des Blocks offenbarte, in Pessimismus verfallen.
Georgieva betonte, dass selbst wenn US-Präsident Donald Trump letztlich zurückgerudert sei, die Europäer im Falle eines echten Übernahmeversuchs Grönlands durch das Weiße Haus kaum eine Wahl gehabt hätten; dennoch sei Pessimismus fehl am Platz.
Sie verwies darauf, dass laut der Jahresliste des Economist sieben der Top-10-Volkswirtschaften aus der EU stammen, mit Portugal auf Platz eins; die iberische Wirtschaft wachse stabil und bediene ihre Schulden problemlos.
Schon vor der Grönland-Krise herrschte an der Spitze der europäischen Wirtschaftslenkung eine Stimmung der Hoffnungslosigkeit. Der frühere EZB-Präsident Mario Draghi warnte ohne Reformen vor „langsamem Schmerz“.
Georgieva räumte ein, dass Staaten zunehmend härter agieren und damit wenig Raum für multilaterale Institutionen wie den IWF lassen, und sprach von einer „multipolaren“ Welt.
Gegenüber Politico sagte sie, geopolitische Faktoren spielten eine immer größere Rolle für die Weltwirtschaft; es sei schwieriger geworden, gemeinsame Ziele zu schützen.
Dennoch betonte sie, Europas Schicksal liege in den Händen der Europäer, und die IWF-Empfehlungen deckten sich mit Draghis Wettbewerbsbericht von 2024: Stärkung des Binnenmarkts, Abbau von Regulierung für Unternehmen und Integration fragmentierter Energie- und Finanzsysteme.
Deutsche Nachrichtenagentur Deutschland News Agency