Bocavirus kann bei Kindern schwere Atemnot verursachen
Obwohl Bocavirus-Infektionen in der Regel mild verlaufen, wurde erneut beobachtet, dass sie bei manchen Kindern zu schweren klinischen Verläufen führen können. Prof. Dr. İpek Türktaş warnt, dass Symptome wie anhaltendes Fieber, Atemnot und eine Verschlechterung des Allgemeinzustands ernst genommen werden sollten und eine rechtzeitige Vorstellung in einer Gesundheitseinrichtung entscheidend ist.
Prof. Dr. İpek Türktaş aus der pädiatrischen Abteilung des Güven-Krankenhauses erklärte, dass das Bocavirus, das besonders bei Säuglingen und Kleinkindern vorkommt, häufig mit einer gewöhnlichen Erkältung verwechselt wird, in einigen Fällen jedoch schwer verlaufen und zu einer Krankenhausaufnahme führen kann.
Unter Hinweis darauf, dass das Bocavirus (Human bocavirus) ein DNA-Virus aus der Familie der Parvoviridae ist und erstmals 2005 identifiziert wurde, sagte Prof. Dr. Türktaş: „Am häufigsten tritt es bei Kindern im Alter von 0–5 Jahren auf. Besonders gefährdet sind Säuglinge im Alter von 6 Monaten bis 3 Jahren, Kinder, die Krippen und Kindergärten besuchen, sowie Kinder, deren Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist.“
Symptome können mit einer Erkältung verwechselt werden
Prof. Dr. Türktaş erklärte, dass eine laufende Nase, verstopfte Nase, Husten, Fieber, pfeifende Atmung und Atembeschwerden bei einer Bocavirus-Infektion häufig sind, und fügte hinzu: „Bei manchen Kindern kann die Erkrankung zu Bronchiolitis oder Lungenentzündung fortschreiten. Eine Sauerstoffgabe und eine stationäre Behandlung können erforderlich sein.“ Sie merkte außerdem an, dass Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen in einigen Fällen die Infektion begleiten können.
„Hoch ansteckend – Kitas sind Hochrisiko-Orte“
Betonend, dass sich das Bocavirus leicht über Atemtröpfchen beim Husten und Niesen sowie über kontaminierte Hände und gemeinsam genutzte Oberflächen verbreitet, sagte Prof. Dr. Türktaş: „Kindertagesstätten und schulische Umgebungen gehören zu den Bereichen mit dem höchsten Übertragungsrisiko.“ Sie ergänzte, dass die Ansteckungsfähigkeit in den ersten Tagen nach Symptombeginn höher ist.
Diagnose per PCR, Behandlung ist unterstützend
Prof. Dr. Türktaş erläuterte, dass die Diagnose mithilfe von PCR-Tests an Nasen- oder Rachenabstrichen gestellt wird, und sagte: „Das Bocavirus kann zusammen mit anderen Viren wie RSV, Rhinovirus und Influenza nachgewiesen werden. Daher muss das klinische Bild immer von einer Ärztin oder einem Arzt beurteilt werden.“
Sie betonte, dass es keine spezifische antivirale Behandlung gegen das Bocavirus gibt: „Die Behandlung ist symptomatisch und unterstützend. Die Hauptziele sind Fiebersenkung, Erleichterung der Atmung und Vermeidung von Flüssigkeitsverlust. Antibiotika werden nicht routinemäßig eingesetzt.“
Nicht zögern, wenn diese Symptome auftreten
Warnend erklärte Prof. Dr. Türktaş: „Bei schneller oder angestrengter Atmung, bläulicher Verfärbung um die Lippen, Trink-/Essverweigerung, anhaltender Schläfrigkeit, Bewusstseinsveränderungen oder hohem Fieber, das nicht sinkt, sollte umgehend eine Gesundheitseinrichtung aufgesucht werden.“
Abschließend hob Prof. Dr. İpek Türktaş die Bedeutung von Händehygiene, Flächenreinigung und dem Fernhalten kranker Kinder von überfüllten Umgebungen zur Vorbeugung hervor: „Die richtige Erkennung von Symptomen und das Vermeiden unnötiger Antibiotikaanwendung sind für die korrekte Behandlung der Erkrankung von großer Bedeutung.“
Deutsche Nachrichtenagentur Deutschland News Agency