Türk: Die Menschenrechtskatastrophe in El Fasher war vermeidbar
New York, 9. Februar (Hibya) – Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, bezeichnete die Gewalt in der sudanesischen Stadt El Fasher als „eine vermeidbare Menschenrechtskatastrophe“ und betonte, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden müssen.
In einer Unterrichtung des Menschenrechtsrats erklärte Türk, die Ereignisse im vergangenen Oktober in El Fasher seien eine vermeidbare Katastrophe gewesen. In einer in sozialen Medien veröffentlichten Erklärung sagte er: „Nach 18 Monaten Belagerung, Hunger und Bombardierung starteten die Rapid Support Forces (RSF) eine intensive Welle der Gewalt. Innerhalb weniger Tage wurden Tausende getötet, Zehntausende flohen in Angst. Unsere gemeinsame Pflicht ist es, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und sicherzustellen, dass sich dies nicht wiederholt.“
Der Hochkommissar berichtete, er habe bei Besuchen im Sudan Überlebende getroffen und Aussagen von mehr als 140 Opfern und Zeugen gesammelt. Die Betroffenen schilderten „Massenmorde an Zivilisten in der Stadt und auf der Flucht, Hinrichtungen, Vergewaltigungen und andere Formen sexueller Gewalt, Folter, willkürliche Inhaftierungen, Verschwindenlassen und Entführungen gegen Lösegeld“.
Türk betonte, dass die RSF und ihre Verbündeten Zivilisten, Frauen, Kinder und bestimmte ethnische Gruppen ins Visier genommen hätten. „Sexuelle Gewalt wurde systematisch als Kriegswaffe eingesetzt; Überlebende berichteten von Massenvergewaltigungen und sexueller Gewalt gegen Frauen und Mädchen“, sagte er und fügte hinzu, dass Zivilisten entführt und Lösegeld gefordert worden sei.
Er stellte fest, dass die Menschenrechtsverletzungen in El Fasher nach internationalem Strafrecht sowohl Kriegsverbrechen als auch Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen, und forderte ein entschlosseneres internationales Vorgehen. Zugleich äußerte er große Sorge über eine mögliche Wiederholung ähnlicher Übergriffe in der Region Kordofan.
Türk rief zu konkreten Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung in Sudan und zur Verringerung der Gewalt auf, einschließlich der Erinnerung der Parteien an ihre rechtlichen Verpflichtungen und der Unterbindung des Waffenflusses, der Beendigung von Angriffen auf zivile Infrastruktur, der Sicherstellung ununterbrochenen humanitären Zugangs und der Beendigung willkürlicher Festnahmen.
Abschließend betonte er, dass das sudanesische Volk den Geist des Kampfes für Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit bewahre, und sagte: „Das sudanesische Volk hält den Schlüssel zu nachhaltigem Frieden in den Händen – und es wird erfolgreich sein.“
Deutsche Nachrichtenagentur Deutschland News Agency
